Gelöschtes Kapitel aus "Wake 1"


Kapitel 34 - Pläne

Dieses Kapitel lag ursprünglich zwischen dem Kapitel 33 "Schattendasein" und dem Kapitel 35 "Mia". Es spielt in der Zeit, bevor Rece zu Aina und ihrem gemeinsamen Kind zurückkehrt und zeigt eine kleine Szene aus dem Leben von Rece und Ramon und ihrem Verhältnis zueinander.


 

Ramon sah ihn nicht so häufig, wie er es gern wollte. Denn seit Rece wieder da war, war er schwer beschäftigt. Womit, wusste er nicht. Und es war ihm auch egal. Er freute sich, wenn Rece ihn zu sich rief, weil er einen Auftrag für ihn hatte. Oder wenn er ihm bei seinen nächtlichen Streifzügen einen Besuch abstattete. Doch er kam nie, wenn er in Ainas Nähe war. Ramon vermutete, dass er es nicht ertragen konnte, ihr so nah zu sein und nicht zu ihr gehen zu dürfen. Die Situation war schwer für ihn. Genauso schwer, wie für Aina, die zwar versuchte seinem Rat zu folgen und der Dunkelheit davon zu laufen, sich jedoch insgeheim nach ihm verzehrte. Ramon sprach ihn nicht oft auf sie an. Er wusste, dass es ihm zu sehr zu schaffen machte. Doch heute war sie bereits Thema, als Ramon in dem Haus ankam, in dem sie sich seit Monaten hin und wieder trafen.

 

Er hatte einen Schlüssel und spazierte einfach hinein, doch als er Reces donnernde Stimme hörte, wurde er etwas langsamer. Er diskutierte wütend mit jemandem, doch es klang seltsam vertraut. Die Person, mit der er diskutierte, schien ihn gut zu kennen, denn trotz der Wut und der Verzweiflung in Reces Stimme, hörte Ramon Worte wie »mein Freund«. Und es erklang auch mehrmals der Name Aina. So viel Ramon mitbekommen konnte, ging es darum, dass Rece nicht bei ihr sein konnte und der einzige Weg, ihr nahe sein zu können, ihm nicht gefiel. Doch manchmal redeten sie auf anderen Sprachen, die Ramon nicht verstand. Er bekam nur Bruchstücke mit. Bruchstücke, aus denen er Reces verzweifelte Stimme heraushörte und seinen Drang, alles für Ainas Schutz zu tun. Selbst, wenn das bedeutete, dass er sie nie wieder sehen würde. Und diese Vorstellung machte ihn wütend. Als sich Ramon der Tür näherte, hinter der diese heftige Diskussion stattfand, verstummten die beiden schließlich. Auf einmal war es still in dem Haus. Unheimlich still. Ramon klopfte leise und vorsichtig an und schob dann die Tür langsam auf.

 

»Komm rein, Ramon«, sagte Rece.

 

Seine Stimme klang wieder normal, was Ramon erleichtert aufatmen ließ. Rece wütend zu erleben, war nicht angenehm. Auch nicht in der Gestalt, die er jetzt bewohnte und die – im Gegensatz zu seiner früheren Gestalt – nur einen Bruchteil seiner Macht verkörperte. Doch auch als ganz normaler Vampir war er furchteinflößend und es war besser, ihn nicht wütend zu machen. Als er schließlich den Raum betrat, sah er auch endlich den Mann, mit dem Rece diskutiert hatte und zog überrascht die Augenbrauen hoch. Es war sein Diener. Seine rechte Hand. Der Typ, der ihm jegliche Arbeit abnahm und kommentarlos jeden Befehl entgegen nahm und ausführte. Ramon hatte ihn schon öfter gesehen. Doch er hatte nie ein Wort mit ihm gewechselt. Er verschwand immer, bevor er etwas sagen konnte. Wie ein Schatten. Auch dieses Mal ging sein Diener, als Ramon den Raum betrat. Er verneigte sich kurz vor Rece und verließ dann augenblicklich das Zimmer. So schnell, dass Ramon ihn nicht einmal grüßen konnte. Er kannte noch nicht einmal seinen Namen.

 

Ramon kam näher. »Hat es einen Grund, dass der Typ nie ein Wort sagt, wenn ich da bin?«, fragte er gerade heraus.

 

Rece stand an einem Tisch und stützte sich mit den Händen auf der Tischplatte ab, während er eine Landkarte betrachtete. Bei Ramons Frage sah er jedoch auf und zog ebenso überrascht die Augenbrauen hoch. »Das stört dich?«

 

Ramon trat an den Tisch heran. Es tat gut, Rece wiederzusehen. Da war ihm alles andere egal. Doch dieser Diener gehörte offenbar zu ihm. Genauso wie Ramon. Da hätte er wenigstens gern seinen Namen gewusst.

 

»Vhan?!«, rief Rece auf einmal so laut, dass Ramon zusammenzuckte.

 

Ramon drehte sich um und in diesem Moment stand der Diener wieder in der Tür. Still. Wie immer. Ramon betrachtete ihn. Für einen einfachen Diener sah er sehr edel aus. Viel zu edel. Er trug einen langen Mantel, silberne Manchettenknöpfe und eine dunkelrote Weste, die mit silbrig schimmernden Ornamenten geschmückt war. Er sah aus wie ein König. Oder ein Herzog. An der rechten Hand trug er den Siegelring der Nox, was – soviel Ramon wusste – nur den höchsten Geschöpfen vorbehalten war. Rece hatte auch ihm einen solchen Ring angeboten, aber er hatte dankbar abgelehnt. Das Ding sah ihm zu klotzig aus. Außerdem benutzte er ständig seine Fäuste. Ein Ring hätte da nur gestört. Und er hätte ihn auch nicht schmutzig machen wollen.

 

Der Diener kam jetzt wieder in den Raum und verneigte sich.

 

»Ramon würde dich gern kennenlernen«, sagte Rece jetzt zu ihm.

 

Ramon wandte sich vorwurfsvoll zu Rece um und flüsterte: »Deswegen hättest du ihn nicht zurückrufen müssen.« Doch Rece schmunzelte nur und wandte sich wieder seiner Landkarte zu. Als Ramon sich wieder umdrehte, stand der Typ bereits direkt vor ihm. Er zuckte kurz zusammen, denn aus der Nähe wirkte er noch imposanter. Er war sehr groß und furchteinflößend. Und er hatte einen sehr eindringlichen, wissenden Blick. Es fühlte sich an, als würde er Ramon damit direkt in die Seele blicken.

 

Der Mann streckte Ramon seine Hand entgegen und sagte: »Vhan Develiér.«

 

Ramon ergriff sie und nickte grüßend. »Ramon. Freut mich.«

 

Das Lächeln, das Vhan nun über die Lippen kam, war geradezu ansteckend. Es wirkte unendlich freundlich und liebevoll. Und auf einmal sah er gar nicht mehr so furchteinflößend aus, sondern eher wie ein Freund. Ein Freund, dem man alles erzählen wollte. Einfach alles. Vielleicht war er deswegen so vertraut mit Rece, dachte sich Ramon. Weil er einem mit diesem Freundschaftsgrinsen jedes Geheimnis entlockte. Manchmal fragte sich Ramon ernsthaft, ob er es hier wirklich mit dem Teufel und seinesgleichen zu tun hatte. Denn obwohl er genau wusste, auf was er sich damals eingelassen hatte, begegnete ihm Rece stets mit Respekt und meistens mit väterlicher Fürsorge und Freundlichkeit. Er hatte zu keiner Zeit das Gefühl, in den Fängen des Teufels zu sein. Und selbst sein Diener schien sich anständig und menschlich benehmen zu können. Ganz im Gegensatz zu den Kreaturen, die Ramon früher kennengelernt hatte.

 

»Ich höre nur Gutes von dir«, sagte Vhan jetzt.

 

Ramon spürte, wie ihm vor Stolz die Brust anschwoll. Doch gleichzeitig irritierte ihn seine Freundlichkeit. »Er übertreibt«, sagte er.

 

»In keinster Weise«, erwiderte Vhan. »Du bist ihm eine große Hilfe. Er würde umkommen, wüsste er Aina und seine Tochter nicht in Sicherheit.«

 

»Genug«, sagte Rece jetzt. Er klang wieder wütend.

 

Vhan trat einen Schritt zurück und sah Rece über Ramons Schulter hinweg an. »Verzeih«, sagte er dann.

 

Auf einmal war es unangenehm still zwischen ihnen. Ramon sah von einem zum anderen und vermutete, dass sie ein paar Gedanken austauschten. Doch er hörte nichts. Vielleicht hatten Rece seine Gedanken nicht gefallen. Er mochte es nicht, wenn man ihn als väterlich oder gut bezeichnete. Doch genau das war er. Für Ramon war er geradezu eine Lichtgestalt. Aber vielleicht lag das einfach nur an seiner Bewunderung für ihn. Und an der Tatsache, dass er ihm das Leben gerettet hatte. Er würde wohl nie dazu in der Lage sein, in ihm den Teufel zu sehen. Obwohl er genau das war. Nach wie vor. Als ihm die Stille dann zu unangenehm wurde, unterbrach er sie mit den Worten: »Aina geht es gut. Ich war gerade bei ihr.«

 

Rece wandte den Blick von Vhan ab und sah Ramon ins Gesicht. »Gut«, sagte er nur und sah ihn lange an.

 

Ramon entschuldigte sich mental für seine Gedanken. Aber er konnte nicht anders. Er sah Rece auf eine Weise, wie wohl sonst niemand auf der Welt. Außer vielleicht Aina. Und Emilia. Sie sahen in ihm ebenso etwas Gutes wie er. Er sorgte sich um das Wohl von Menschen. Und er sorgte sich auch um Ramons Wohl. Das waren Eigenschaften, die nicht zu einem teuflischen Wesen passten. Er konnte es ihm also nicht verdenken, dass er ihn bewunderte. Schließlich war er – als der Teufel – sogar so selbstlos, sich von Aina fernzuhalten, weil er wusste, dass er sie zu sehr an die Vergangenheit und an sein früheres Ich erinnern würde. Und sie durfte nicht an diese Zeit denken. Die Emotionen würden sie überrollen wie ein Tsunami und die Jagd auf sie wieder entfachen. Ja, er war selbstlos. Der Teufel war selbstlos. Es war irritierend, aber es war real. Er bewunderte ihn von Tag zu Tag mehr.

 

Rece senkte nun den Kopf, wobei sein Blick wieder auf die Landkarte fiel und lachte leise. »Du machst dir zu viele Gedanken, Ramon«, sagte er amüsiert.

 

»Sorry«, kam es sofort von Ramon, wobei er respektvoll einen Schritt zurück trat.

 

»Sie könnten dich eines Tages enttäuschen«, fügte Rece noch an. Dann hob er wieder den Blick und sah seinen Schützling mit einem warnenden Funkeln in den Augen an.

 

Ramon verstand. Er konnte sich zwar nicht vorstellen, dass es Rece je schaffen würde, ihn zu enttäuschen, aber er nahm seine Warnung an und senkte entschuldigend den Blick. Rece hatte genug um die Ohren. Da wollte er ihn nicht auch noch mit seinen bewundernden Gedanken nerven. Es war gerade erst ein wenig ruhig geworden. Angor glaubte, dass Aina tot war. Und ihre ganze Familie dazu. Er hatte also keinen Grund, erneut Jagd zu machen. Außerdem war er wohl zu beschäftigt damit, Emilia zu finden, die seit dieser Nacht spurlos verschwunden war. Angor hatte also momentan ganz andere Sorgen und Rece musste dafür Sorge tragen, dass keine schlafenden Hunde geweckt wurden. Vor allem nicht mit der Tatsache, dass es ein Kind gab, dessen Existenz Angor zur Weißglut getrieben hätte. Doch die Distanz zwischen ihm und Aina machte Rece zu schaffen. Das sah Ramon ihm an. Und das war es vermutlich auch, was ihn so wütend machte. Er konnte nicht einfach zu ihr gehen und mit ihr ein normales Leben führen. Das Risiko war einfach zu groß.

 

»Ich denke, sie bekommt es ganz gut hin, ihre Gedanken unter Kontrolle zu halten«, erklärte Ramon jetzt vorsichtig. Er wollte Rece ein wenig Hoffnung machen. Vielleicht unterschätzte er sie ein wenig. Sie war stark. Stärker als sie alle glaubten.

 

»Nur ein Gedanke, Ramon«, sagte Rece jetzt. »Es braucht nur einen Gedanken, der ein wenig zu intensiv gedacht wird und Angor weiß sofort Bescheid, dass ich noch lebe. Dass Aina noch lebt. Und dann dauert es nicht mehr lange, bis er erfährt, dass ich eine Tochter habe. Es wäre besser, ihn in dem Glauben zu lassen, dass er mich vernichtet hat und diese ganze Familie dazu. Er würde die Welt ins Chaos stürzen, wenn er wüsste, dass ich noch auf seinem Planeten herumlaufe.«

 

»Seinem Planeten?« Ramon lachte fast. »Er scheint zu vergessen, wer der mächtigere von euch beiden ist.«

 

Rece musste erneut über die Bewunderung schmunzeln, die in Ramons Stimme mitschwang. »Das spielt keine Rolle«, entgegnete er dann aber kühl. »Ich existiere für ihn nicht mehr. Nun hält er allein die Zügel in der Hand. Und ihm allein gehören die Kreaturen, die ich erschaffen habe und die diese Welt steuern.«

 

»Ich nicht«, sagte Ramon und verschränkte stolz die Arme vor der Brust.

 

»Nein«, sagte Rece und lachte kurz. »Du nicht.« Er richtete sich jetzt auf und ging nachdenklich durch den Raum. »Aber er lauert. Er wird sich wahrscheinlich denken können, dass ich nicht vollständig verschwunden bin. Und sobald jemand meinen Namen ein wenig zu deutlich denkt, wird er es mitbekommen.«

 

»Er wird es wahrscheinlich auch über die Schwingungen deiner Tochter mitbekommen«, sagte Vhan jetzt, wobei Rece plötzlich im Raum stehen blieb und sichtlich verkrampfte. »Es fließt dein Blut in ihren Adern. Und wer weiß, was eines Tages für eine Kraft aus ihr herausbrechen wird?!«

 

Rece wusste, dass die Situation – so wie sie jetzt war – nicht mehr lange aufrecht erhalten werden konnte. Er musste zu ihr zurück. Irgendwie. Und er musste dieses Kind beschützen. Vhan hatte recht. Niemand wusste, was aus ihr werden würde und welche Kräfte sie entwickeln würde. Angor würde es sofort spüren, wenn diese Kräfte unkontrolliert aus ihr heraus brachen. Rece ging wieder nachdenklich durch den Raum. Er konnte sie nicht aus der Distanz beschützen. Er musste in ihrer Nähe sein. Auch wenn er dabei das Risiko einging, dass Aina die Kontrolle über ihre Gedanken verlor und Angor viel zu früh mitbekam, dass sie alle noch lebten. Es war Zeit für eine Veränderung. »Ramon?«

 

Ramon stellte sich stramm hin und sah Rece aufmerksam an.

 

Rece zögerte noch einen Moment. Doch dann sagte er: »Ich möchte, dass du sie prüfst. Konfrontiere sie mit ihren Erinnerungen und finde heraus, ob sie damit umgehen kann.«

 

Ramon nickte entschlossen.

 

»Aber sei vorsichtig«, warnte Rece ihn. »Die Bilder dürfen nicht zu intensiv sein.«

 

Wieder nickte Ramon und verließ sofort den Raum, um seiner Bitte Folge zu leisten.

 

Als Rece mit Vhan wieder allein war, stützte er sich erneut seufzend auf dem Tisch ab und sah seinen treuen Diener an. »Hast du ihre Mutter gefunden?«, fragte er dann.

 

Vhan trat näher an ihn heran. »Sie hat mich gefunden«, entgegnete er.

 

Rece atmete erleichtert auf. »Wie geht es ihr?«

 

»Das Schöpferband besteht noch. Sie erleidet Höllenqualen.«

 

Rece senkte gequält den Blick. Das hatte er sich schon gedacht. Es musste sie unglaubliche Kräfte kosten, nicht sofort zu Angor zurückzukehren. Dass sie es überhaupt geschafft hatte, ihm bis jetzt fern zu bleiben, war ein Wunder. Einerseits tat sie ihm wirklich leid, doch andererseits empfand er eine tiefe Genugtuung, dass Angor die Gefährtin weg gelaufen war. Denn so sehr er auch suchte, er fand sie einfach nicht wieder. Rece grinste in sich hinein. Wie gern hätte er jetzt seine Wutausbrüche erlebt. Nie war er davon ausgegangen, dass so etwas je passieren konnte. Ein Schöpferband vereinte auf ewig den Schöpfer mit der Schöpfung. Es gab kein Entkommen daraus. Keinen Weg, das Band zu lösen. Es sei denn, Angor hätte sie frei gegeben. Doch dazu war er natürlich zu stolz und zu gierig. Aber Emilia war stark. Sehr stark. Und Rece hoffte, dass auch Aina stark genug war, um ihre Gedanken und Gefühle unter Kontrolle zu halten. Bevor Angor merkte, was sein Bruder hinter seinem Rücken für ein Spiel trieb.

 

»Der Junge«, sagte Vhan jetzt, um das Thema zu wechseln, »hat ein außergewöhnliches Bild von dir.«

 

Rece grinste in sich hinein und nickte. »Das soll er auch behalten.«

 

Vhan nickte verständnisvoll. »Es ist erstaunlich, wie treu er dir ist. Trotz des fehlenden Schöpferbandes.«

 

»Es braucht kein Schöpferband«, sagte Rece selbstsicher, »wenn man die Gefühle der Menschen kennt.«

 

»In der Hinsicht bist du Angor weit voraus.«

 

Rece huschte ein siegessicheres Lächeln über die Lippen. Ja, sein Interesse an den menschlichen Emotionen hatte sich letzten Endes als Stärke herausgestellt. Er kannte die Tiefen ihrer Gefühle besser als er. Vor allem die Tiefen ihrer positiven Gefühle. Angor hingegen war ein Experte, wenn es um die negativen Gefühle, wie Hass, Wut und Angst ging. Er war ein Meister darin, die Menschen durch diese Gefühle zu lenken wie Marionetten. Doch sein Desinteresse an ihren Fähigkeiten zu lieben und Dankbarkeit, Loyalität und Mitgefühl zu empfinden, würde ihm eines Tages zum Verhängnis werden. Und genau darauf zielte er ab. Menschen waren viel besser über ihre positiven Emotionen kontrollierbar, als über ihre negativen. Und diese Tatsache war Angor völlig entgangen. Rece nahm jetzt einen Stift und zeichnete eine Markierung auf der Karte ein. »Wir sollten dennoch nicht den Fehler machen, ihn zu unterschätzen«, sagte er dabei und sah dann wieder zu Vhan auf. »Er ist ein hervorragender Stratege. Und es ist gut möglich, dass er – mit allem, was geschehen ist – ebenso einen teuflischen Plan verfolgt, wie ich.«

 

Vhan sah ihn einen Moment lang nachdenklich an. »Was für ein Plan wäre für ihn von Interesse?«

 

Reces Gesicht zeigte nun wieder das teuflische Grinsen, das sein diabolisches Wesen zum Vorschein brachte. »Ich bin ihm ein Dorn im Auge, Vhan«, erklärte er. »Das war ich schon immer. Er will die Alleinherrschaft. Ohne einen Bruder, der den größten Teil der dunklen Energie beansprucht. Er strebt meine vollständige Vernichtung an. So wie ich seine.«